Allergie im Anflug

von Christina Knauseder-Csipek

Wenn die Bäume und Sträucher im Frühjahr wieder auszutreiben beginnen, zarte Knospen bilden und sich schließlich das erste Grün zeigt, ist das auch für den ein oder anderen der Start für die Allergiker-Zeit. Wer an einer Allergie leidet, kann dieser Schönheit meist eher wenig abgewinnen. Denn nun dauert es nicht mehr lange und die Pollen machen sich wieder auf zu ihrem Frühlingsausflug. Für Allergiker eine anstrengende Zeit. Bei Allergikern ist das Immunsystem übereifrig: Es stuft Stoffe, die an sich harmlos sind, als gefährlich ein und reagiert dementsprechend. Diese sogenannten Allergene können sich in Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaaren oder Schimmelpilzen verbergen. Mittels eines Haut- oder Bluttests kann eine Allergie festgestellt werden.

Pollenallergie: Sie fliegen wieder

In Österreich ist jeder Fünfte von Heuschnupfen bzw. einer Pollenallergie betroffen – damit ist diese Form der Allergie in unseren Breiten die häufigste. Eine Pollenallergie tritt stets saisonal auf. Symptome zeigen sich nur während der Blütezeit derjenigen Pflanzen, gegen die eine Allergie vorliegt. Die Hauptverursacher sind Baum-, Gräser-, Getreide-, Ragweed- und Beifußpollen. Die Symptome treten meist im Bereich der Atemwege auf, etwa in Form von Schnupfen, Husten, Asthma, oder als Augenreizungen wie Bindehautentzündungen. Die häufigste Form der „allergischen Rhinitis“ ist der Heuschnupfen.

 

Das geht über Kreuz

Häufig treten Allergien gegen Pollen gemeinsam mit Nahrungsmittelallergien auf. Das ist darauf zurückzuführen, dass manche pflanzlichen Nahrungsmittel Stoffe aufweisen, die denen von Pollen ähneln. Es kommt zu einer Kreuzreaktion. Typische Kreuzreaktionen sind Beifußpollen mit Gewürzen oder Sellerie sowie Birkenpollen mit Haselnüssen oder Äpfeln.

 

Pollenallergie behandeln

Wer von einer Pollenallergie geplagt wird, profitiert besonders von Heilfasten und Entgiften. Darüber hinaus gibt es drei Möglichkeiten: Allergenvermeidung, Therapie der Ursache und Behandlung der Symptome. Auch eine Hyposensibilisierung, eine spezielle Form der Immuntherapie, kann eingesetzt werden, damit der Körper die ungefährlichen Allergieverursacher nicht weiter bekämpft. Wenn Sie an einer leichteren Form der Pollenallergie leiden, kann eine lokale Behandlung der Symptome ausreichend sein, etwa mittels Nasensprays mit Auszügen aus Quitte und Zitrone. Dank Sprays mit dem Wirkstoff Carragelose können Pollen schwerer an die Schleimhaut andocken. Auch Augentropfen und Nasensprays auf Meersalzbasis helfen. Meersalzsprays eignen sich zudem gut zur Vorbeugung einer Pollenallergie. Bewährt haben sich auch Nasenspülungen, die Allergene und Schleim aus der Nase lösen. Bei festsitzendem Schleim, der häufig mit Heuschnupfen einhergeht, können Präparate mit ätherischen Ölen aus Myrte oder Eukalyptus hilfreich sein. Traganthwurzel-Extrakt neutralisiert die Allergene. Auch Medikamente gegen Pollenallergien gibt es – von klassischen Antihistaminika in Tablettenform bis hin zu Produkten mit Cortison. Immer gilt: Beobachten Sie den Verlauf der Erkrankung, damit bei einer Verschlechterung rechtzeitig gehandelt werden kann.

 

Darmaufbau für das Immunsystem

Die Ursache von Allergien liegt unter anderem an einem hypersensiblen Immunsystem. Um dieses zu stärken, spielt der Darm eine entscheidende Rolle, denn 80 Prozent unseres Immunsystems ist im Darm angesiedelt. Deshalb haben viele Allergiker auch Probleme mit dem Darm, etwa Entzündungen oder eine beeinträchtigte Verdauung. Um das Immunsystem bei seiner Aufgabe gezielt zu unterstützen, kann die Einnahme von Probiotika und Präbiotika – in Kapsel-, Pulver- oder Tropfenform – helfen. Auch eine begleitende Ausleitung von Giftstoffen kann dafür sorgen, dass unser Darm gestärkt wird.

 

Knapp 30 Prozent der Europäer leiden Schätzungen zufolge unter mindestens einer Allergie, Frauen häufiger als Männer.

 

Der „Bauernhof-Effekt“

Es klingt erst skurril, doch fußt auf wissenschaftlichen Erkenntnissen: Der „Bauernhof-“ oder „Kuhstall-Effekt“ besagt, dass Menschen, die im Umfeld eines traditionellen Bauernhofs mit Rinderhaltung aufwachsen oder leben, weniger häufiger an Allergien oder allergischem Asthma leiden. Eine Wiener Forschergruppe konnte nachweisen, dass das Molkenprotein Beta-Lactoglobulin (BLG) eine wesentliche Rolle im Allergiegeschehen spielt. BLG ist das wichtigste Molkenprotein in der Milch von Wiederkäuern und lässt sich auch in der Milch anderer Tiere nachweisen. Aber auch die Tatsache, dass das Immunsystem beim Leben auf dem Bauernhof mit vielen verschiedenen Mikroorganismen in Kontakt kommt – ob über Schlamm, Wiese oder im Tierfell – spielt eine wichtige Rolle. Denn was es von früher kennt, bekämpft unser Immunsystem später weniger intensiv. Ein zu steriles Heranwachsen ist demnach eher förderlich für die Entwicklung von Allergien. Und wie hat Oma schon gesagt: Ein bisserl Dreck schadet nicht.

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