Tage wie diese : Wohlfühlen vor & während der Periode und Zykluswissen
Die Periode ist ein natürlicher Prozess im weiblichen Körper und so individuell wie jede Frau selbst. Trotzdem ist sie in der Gesellschaft noch ein Tabuthema & genauso wenig tief erforscht wie die Frauengesundheit an sich. Frauen dürfen aber durchaus auch stolz auf die wiederkehrende Blutung sein, ist sie doch das Zeichen für Fruchtbarkeit und „Frau sein“!
Die Tage selbst nimmt jede Frau ein bisschen anders wahr: Für manche verläuft sie unauffällig, für andere ist sie nur allzu spürbar & kommt mit Krämpfen oder Stimmungsschwankungen. Was ist normal, was nicht? Wir werfen einen genaueren Blick auf die Monatsblutung.
Zahlen & Fakten zur monatlichen Blutung
Menstruierende Menschen bluten im gesamten Leben an die 500 Mal und verlieren dabei im Schnitt 30 Liter Blut.
Bei der ersten Regelblutung (Menarche) sind die Österreicherinnen im Durchschnitt 13,8 Jahre alt, bei der letzten Regelblutung (Menopause) im Schnitt 49 Jahre. 67 Prozent haben mittelstarke bis sehr starke Schmerzen, 55 Prozent nehmen sogar regelmäßig Schmerzmittel ein.
Ganze 27 Prozent leiden an einer ärztlich diagnostizierten gynäkologischen Erkrankung oder Zyklus Störung – das sind hochgerechnet etwa 740.000 Betroffene in Osterreich. Das und noch mehr geht aus dem Menstruationsgesundheitsbericht 2024 des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hervor. Dafür wurden 1.332 Mädchen und Frauen im Alter von 14 bis 60 Jahren befragt.
Was passiert eigentlich genau während der Periode bzw. wie läuft der Zyklus ab?
Was für die meisten Frauen gelebte Realität ist, ist Männern oft schleierhaft - und sollte viel besser kommuniziert werden, damit auch Männer wissen, was im Körper (ihrer) der Frauen so los ist:
Der weibliche Zyklus dauert im Schnitt 28 Tage (die meisten Zyklen pendeln sich irgendwo zwischen 23 und 35 Tagen ein), der Eisprung findet etwa in der Mitte des Zyklus statt und bildet die Voraussetzung für eine Schwangerschaft. Tritt diese nicht ein, stößt der Körper die vorab eigens dafür aufgebaute Schleimhaut gemeinsam mit Blut wieder ab. Dazu öffnen sich vorübergehend einige kleine Blutgefäße in der Gebärmutterschleimhaut und die oberste Schleimhautschicht lost sich. Die Dauer der Periode kann variieren, meist sind es aber 5 Tage, in denen Frauen bluten. Die Länge und Intensität ändert sich natürlich auch mit dem Alter und dem hormonellen Status. (Prämenopause etc.) Während dieser Tage fließen monatlich ungefähr 20 bis 60 Milliliter Blut- ab 80 Millilitern spricht man von einer starken Blutung.
Zahlen & Fakten zur monatlichen Blutung
Menstruierende Menschen bluten im gesamten Leben an die 500 Mal und verlieren dabei im Schnitt 30 Liter Blut.
Bei der ersten Regelblutung (Menarche) sind die Österreicherinnen im Durchschnitt 13,8 Jahre alt, bei der letzten Regelblutung (Menopause) im Schnitt 49 Jahre. 67 Prozent haben mittelstarke bis sehr starke Schmerzen, 55 Prozent nehmen sogar regelmäßig Schmerzmittel ein.
Ganze 27 Prozent leiden an einer ärztlich diagnostizierten gynäkologischen Erkrankung oder Zyklus Störung - das sind hochgerechnet etwa 740.000 Betroffene in Osterreich. Das und noch mehr geht aus dem Menstruationsgesundheitsbericht 2024 des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hervor. Dafür wurden 1.332 Mädchen und Frauen im Alter von 14 bis 60 Jahren befragt.
Blut = Blut? Wie unterscheidet sich Periodenblut von „normalem Blut“?
Periodenblut unterscheidet sich von dem Blut in unseren Adern in mehreren Merkmalen:
Es enthalt etwa weniger Hämoglobin, Eisen und Blutplättchen als venöses Blut. Außerdem besteht es neben Blut auch aus Zellen der Gebärmutterschleimhaut, aus Schleim und Sekreten der Vagina und des Gebärmutterhalses sowie aus Bakterien der Scheidenflora.
Farblich variiert das Periodenblut von Hellrot bis zu einem dunklen Rot, das fast Schwarz wirken kann. Eine grauliche Farbe, starker oder unangenehmer Geruch, sehr starke Blutungen (mehr als 150 Milliliter), ungewöhnlich lange Perioden (langer als 8 Tage) oder anhaltende Schmerzen gehören ärztlich abgeklärt.
Was bedeutet die Periode für Betroffene?
Viele menstruierende Personen (30-50%) leider unter verschiedenen Symptomen vor und während der Periode: von Rückenschmerzen, Übelkeit bis zu heftigen Schmerzen im Unterbauch, die durch krampfartige Kontraktionen der Gebärmutter hervorgerufen werden. Bei den meisten Frauen sind die Schmerzen am ersten Tag zu spüren, nehmen aber dann ab - wenn die Schmerzen beständig bleiben, bitte ärztlich abklären lassen! Starke Regelschmerzen sind keine Erkrankung im engeren Sinn, können aber den Alltag der Betroffenen erheblich einschränken, manche Frauen müssen sogar einen Tag daheimbleiben, weil sie es kaum vor die Tür schaffen. Die Schmerzen erstrecken sich bei vielen Menschen auch auf den untern Rücken, manchmal auch auf die Beine. Auch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Kopfschmerzen können sich im großen Blumenstrauß der Nebenwirkungen finden!
Die Periode macht schon bevor sie wirklich da ist auf dich aufmerksam! Stichwort: PMS. Das prämenstruelle Syndrom bezeichnet alle Beschwerden vor dem Einsetzen der Periode, wie zum Beispiel angeschwollene Brüste, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Antriebslosigkeit, Akne, etc. Es ist also alles andere als ein Spaziergang!
Erkrankungen in Zusammenhang mit der Periode
In den letzten Jahren hat ein Chamäleon der Frauenheilkunde vermehrt von sich reden gemacht - Endometriose. Bei dieser gutartigen, aber chronischen, Erkrankung wachst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhohle. Symptome einer Endometriose sind etwa starke Schmerzen vor und während der Periode - denn auch dieses Gewebe kann während der Periode krampfen & bluten -, beim Wasserlassen oder beim Sex. Endometriose kann auch zu einer eingeschränkten Fruchtbarkeit führen.
In Österreich leidet mindestens jede 15. Frau an Endometriose, bis zu einer Diagnose dauert es im Schnitt 7 Jahre. Deshalb gilt: Starke Schmerzen vor oder während der Periode nicht still erdulden, sondern einen Gynäkologen aufsuchen und auch direkt auf den Verdacht einer Endometriose ansprechen!
Man kann Endometriose operieren - bei dieser Operation wird versucht, alle Endometrioseherde auszuschneiden oder mit Hitze zu entfernen. Gibt es einen aktiven Kinderwunsch, kann das zu einer unvollständigen Entfernung und Therapie führen. Der zweite Weg der Behandlung ist die klassische Schmerztherapie. Jede Betroffene muss für sich entscheiden, welchen Weg sie gehen will - da gibt es kein Richtig oder Falsch. Es ist aber wichtig, sich vorab über die Risiken eingehend zu informieren!
Eine weitere gutartige, aber nicht harmlose Erkrankung ist das PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom). Es ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei Frauen im gebärfähigen Alter - etwa 5 bis 10 Prozent sind davon betroffen.
Dabei werden zu viele männliche Hormone gebildet, was einen normalen Zyklus verhindert und auch eine Schwangerschaft erschwert. Anzeichen eines PCO-Syndroms können unter anderem Übergewicht, Akne, dünnes, fettiges Kopfhaar oder starke Körperbehaarung sein. Auch hier gilt bei einem Verdacht: Einen Gynäkologen aufsuchen und das Thema konkret ansprechen!
Was kann bei Periodenschmerzen unterstützen & für mehr Wohlbefinden sorgen?
Wärme: Während den Tagen ist Wärme eine großartige Stütze - sie trägt dazu bei, Krämpfe zu lösen & hilft bei der Entspannung. Eine Wärmflasche, ein warmes Bad mit ätherischen Olen wie Lavendel, ein Kirschkernkissen oder ein spezielles Wärmepflaster können Linderung bringen. Ein klassisches Hausmittel gegen Regelschmerzen sind auch warme Wickel.
Verschiedene Heilpflanzen als Tee oder Tinktur:
- Kamille als Tee aufgegossen kann entspannen.
- Schafgarbe soll krampflösend, entzündungshemmend & beruhigend wirken.
- Auch Gänsefingerkraut kann krampflösend sein und kann bei Unterleibsschmerzen unterstützen.
- Die Inhaltsstoffe des Frauenmantels (der ja nicht umsonst so heißt) sind vor allem bei einer unregelmäßigen Blutung unterstützend zu betrachten.
- Die pflanzlichen Moleküle von Hopfen ähneln der Struktur des weiblichen Hormons Östrogen - so kann Hopfen die gleichen Hormon-Rezeptoren binden und den Hormonhaushalt stabilisieren.
- Safran und Zitronenmelissenextrakt können ausgleichend und krampflösend wirken und werden gern bei Regelschmerzen angewandt.
- Bei sehr starken Menstruationsblutungen kann Hirtentäschelkraut unterstutzen – entweder als Tee oder Tinktur.
- Gegen Reizbarkeit und Verstimmungen vor den Tagen, die mit dem prämenstruellen Syndrom einhergehen, kann Mönchspfeffer helfen: Er reguliert das Gleichgewicht zwischen Östrogen und Gestagen. Auch wer zu Stimmungsschwankungen neigt, kann versuchen, mit einer langfristigen Einnahme von Mönchspfeffer in der richtigen Dosierung sanft gegenzusteuern.
- Die Yamswurzel soll ebenfalls krampflösend wirken & den Hormonhaushalt und damit die Stimmung regulieren
- Eine angepasste Ernährung kann ebenfalls helfen, die Beschwerden während der Tage zu mildern. Setzen Sie in dieser Zeit vermehrt auf eine leichte, salzarme und mineralreiche Kost - frisches Obst und Gemüse, Getreide, Nüsse und Ballaststoffe tun dann gut. Nahrungsmitteln, die reich an Magnesium, Kalium, Eisen und Omega-3-Fettsäuren sind, sollten Sie besonders an diesen Tagen den Vorzug geben.
- Koffein (zB. In Schwarztee oder Kaffee) sowie Alkohol und Rauchen sollteit soweit wie möglich vermieden werden.
- Sanfter Sport: Ein entspannter Spaziergang, Yoga und leichte Gymnastik können einen günstigen Einfluss auf Regelbeschwerden haben.
- Mikronährstoffe, die in der Regel unterstützen können: Kalzium, Kalium, Eisen, Magnesium, Vitamin D + E, Omega-3-Fettsäuren - ein guter Speicher dieser Vitamine & Mineralstoffe ist daher wichtig für menstruierende Personen!
- Nicht zu viel Stress & Selfcare: Bäder, Körpercremes, eine Tasse Tee und Füße hochlegen – einfach alles, was sich gut anfühlt & keinen Stress macht!
Weitere Hausmittel bei Periodenschmerzen und PMS
Bei manchen zwickt’s und zwackt’s schon Tage vorher, andere haben fiese Krämpfe und wieder andere leiden unter Stimmungsschwankungen. Etwa jede 3. Frau im gebärfähigen Alter weltweit leidet Schätzungen zufolge rund um ihre Periode unter Schmerzen im Unterbauch. Regelbeschwerden können so richtig fies sein – und manchmal braucht man einfach eine Schmerztablette. Wenn die Schmerzen weniger stark sind, können aber auch Heilpflanzen gute Dienste leisten, zum Beispiel in Form eines Heublumensacks: Er wird mit kochendem Wasser übergossen, 15 Minuten zugedeckt ziehen gelassen, gut ausgedrückt und in ein Tuch eingeschlagen. So legt man den warmen Heublumensack auf den Unterbauch, umwickelt sich fest mit einem Wolltuch und versucht, zu entspannen. Auch ein Kirschkernkissen oder die klassische Wärmflasche tun oft genau das, was in diesem Moment gebraucht wird: Sie lösen Spannung und können ein wenig Linderung verschaffen. Bei Stimmungsschwankungen in den „Tagen vor den Tagen“ können ätherische Öle unterstützen. Geben Sie beispielsweise 1 bis 2 Tropfen Angelika oder Bergamottöl auf ein Taschentuch und riechen Sie daran. Und wenn Sie unter Schlaflosigkeit leiden: Versuchen Sie es einmal mit Wassertreten! Dafür 1 bis 3 Minuten in kaltem Wasser oder auf Tau gehen, danach die Füße gut abrubbeln und idealerweise gleich ab ins Bett.
Tag der Frauengesundheit
Am 28. Mai begehen wir den Internationalen Aktionstag für Frauengesundheit. Seit 1987 wird an diesem Tag der Fokus auf die spezifischen gesundheitlichen Bedürfnisse von Frauen gelegt. Lange Zeit wurden medizinische Forschung, Medikamente und typische Symptombilder vor allem am männlichen Körper ausgerichtet. Der sogenannte Gender Health Gap macht auf diese Lücke aufmerksam. Umso wichtiger ist es, weibliche Beschwerden ernst zu nehmen - sowohl in der Medizin als auch im Alltag, wo oft schon kleine, bewährte Maßnahmen einen spürbaren Unterschied machen können.
TIPP: Hier finden Sie die Broschüre Hausmittel für Frauen gratis zum Download!
Beratung zum Zyklus in der Apotheke
Bei uns in der Apotheke schauen wir gerne genauer hin: Welche Beschwerden stehen im Vordergrund? Was nehmen Sie vielleicht bereits ein? Und was lasst sich realistisch in Ihren Alltag integrieren? So entsteht eine persönliche, sichere und praktikable Unterstützung für Tage, an denen Ihr Körper etwas mehr Aufmerksamkeit braucht. Kommen Sie gern in der Borromäus Apotheke in Parsch vorbei oder finden Sie alles, was Sie brauchen, in Ihrer österreichischen Online Apotheke, im Naturapo Shop!
Bilder: dmitry-ganin-x78hCFb8H9c-unsplash, vonecia-carswell-0aMMMUji-unsplash, adobestock-216376091, adobestock-1848550548, adobestock-536032289